VHSt - Hamburgischer Verein für den öffentlichen Dienst
VHSt - Hamburgischer Verein für den öffentlichen Dienst

Verein Hamburgischer Staatsbeamter r.V.  |  Gegründet 1879

Hamburgischer Verein für den öffentlichen Dienst

Rathausstraße 7  |  20095 Hamburg  |  Telefon: (040) 357 47 10

VHSt - Hamburgischer Verein für den öffentlichen Dienst

Muttermale adé

Hautkrebs-Screening

Der Sommer ist vorbei und es ist wieder Zeit, die eigene Haut kritisch unter die Lupe zu nehmen: Sind neue Muttermale hinzugekommen? Haben sich alte verändert?

Hautkrebs-Screening
Foto: © New Africa/Fotolia
Jede dritte Krebsdiagnose in Deutschland ist ein Hautkrebs und pro Jahr werden mehr als 200.000 neu diagnostiziert. Mit einer schmerzfreien Vorsorge kann Hautkrebs jedoch früh erkannt und erfolgreich behandelt werden.

Die Hautkrebsarten


Es gibt drei Hautkrebserkrankungen: Basalzellkrebs, spinozelluläres Karzinom (beide als weißer Hautkrebs bekannt) und malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs). Der schwarze Hautkrebs ist der gefährlichste, da er früh Metastasen bildet und somit in andere Organe streut. Die beiden weißen Hautkrebsarten sind besonders im Alter häufig zu finden. Sie sind aber weniger gefährlich und bilden eher selten Metastasen.

Die ABCDE-Regel


Sie kennen Ihre Haut am besten. Schauen Sie daher einmal pro Monat selbst oder mit der Hilfe Ihres Partners nach Hautveränderungen. Dabei hilft die ABCDE- Regel:

A wie Asymmetrie und B wie Begrenzung
Ist ein Leberfleck gleichmäßig rund, oval oder länglich, ist er in der Regel ungefährlich. Ist seine Form jedoch ungleichmäßig und asymmetrisch, könnte schwarzer Hautkrebs vorliegen. Auch eine unscharfe Begrenzung, gezackte oder raue Ränder können auf Hautkrebs hindeuten.

C wie Colour (Farbe)
Hat das Muttermal keinen einheitlichen Farbton, sondern hellere und dunklere Pigmente, kann dies auf Hautkrebs hindeuten. Eine bösartige Veränderung kann bräunlich bis rötlich-bläulich, schwärzlich oder auch grau-weißlich erscheinen.

D wie Durchmesser und E wie Entwicklung
Leberflecke und Pigmentstörungen, die größer als fünf Millimeter im Durchmesser sind oder seit der letzten Betrachtung gewachsen sind, sollten immer vom Hautarzt im jährlichen Abstand kontrolliert werden.

Das Screening beim Hautarzt


Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ab dem 35. Lebensjahr jedes zweite Jahr ein kostenloses Hautkrebs- Screening beim Facharzt, private Krankenversicherungen oft sogar jedes Jahr und bereits eher.

Das Screening dauert ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten. In einem Vorgespräch fragt der speziell qualifizierte Hausarzt oder noch besser ein Hautarzt die Risikofaktoren ab. Hierzu gehören neben einem helleren Hauttyp auch eine häufige Belastung durch UV-Strahlen bei der Arbeit im Freien oder Sonnenbrände. Auch frühere Hautkrebserkrankungen und Hautkrebsfälle in der Familie werden u. a. abgefragt.

Nach einem Vorgespräch folgt die körperliche Untersuchung. Dabei untersucht der Hautarzt mithilfe einer hellen Lampe alle Körperregionen inklusive Kopfhaut, Fußsohlen, Zehenzwischenräume, Fuß- und Fingernägel und aller Schleimhäute. Während der Untersuchung ist man unbekleidet und sollte auf Make-up und feste Frisuren oder Haargel verzichten.

Entdeckt der Arzt auffällige Hautveränderungen, wird eine Gewebeprobe entnommen und im Labor unter dem Mikroskop untersucht, um festzustellen, ob es sich um Krebszellen handelt. Das Herausschneiden geschieht unter örtlicher Betäubung und hinterlässt in der Regel eine kleine Narbe.

Sind die Laborbefunde da, bespricht der Arzt mit Ihnen das Ergebnis. Handelt es sich wirklich um eine Hautkrebsform, ist sie, regelmäßige Vorsorge vorausgesetzt, im Frühstadium. Der Arzt wird nun noch einmal an den Rändern nachschneiden, um auch kleinste Krebszellenansammlungen zu entfernen.

Viele Hautärzte bieten zusätzlich sogenannte IGEL-Leistungen, die selbst gezahlt werden müssen, in Form der Untersuchung mit einem Auflichtmikroskop sowie die Dokumentation von Pigmentveränderungen im Computer. Auch die Entfernung von gutartigen Muttermalen und Hautveränderungen auf eigenen Wunsch sind selbst zu tragen.

Hautkrebs vorbeugen


Der größte Risikofaktor ist UV-Strahlung durch Sonne und Solarien. Schützen Sie deshalb Ihre Haut mit Kleidung und Kopfbedeckung sowie mit Sonnencreme und Lippenschutz mit UV-A- und UV-BFilter (mind. Lichtschutzfaktor 30, besser 50) an ungeschützten Hautarealen und meiden Sie die Mittagssonne. Für ein ausreichendes Eincremen des ganzen Körpers braucht ein Erwachsener etwa 30 ml Sonnencreme, was einem Tischtennisball entspricht.

Auch im Winter sollten Sie auf ausreichend Sonnenschutz achten. Je klarer die Luft ist, desto intensiver dringen die UV-Strahlen in die Haut ein. Schnee wirkt ähnlich wie Wasser reflektierend und verstärkt die UV-Strahlung um ein Vielfaches. Auch Vorbräunen hilft nicht, da jeder Gang ins Solarium die Hautkrebsgefahr erhöht. Die für Sonnenbänke erlaubte maximale Bestrahlungsstärke entspricht der höchsten Strahlungsintensität zur Mittagszeit am Äquator bei wolkenlosem Himmel. Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine, Beta-Karotin oder Selen schützen übrigens nicht vor Hautkrebs!

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Ihrer Information. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen Arzt.



Autor: VHSt

Quellen: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Bundesärztekammer (BÄK)

Fotos: © New Africa/Fotolia

zurück
HBZ · 10/2019

Weitere Artikel aus der Rubrik "Gesundheit aktuell":

Weitere Artikel finden Sie im Archiv