Unberührte Natur und mittelalterliche Städte
Urlaub in Brandenburg
Brandenburg hat für die Urlaubsreisenden jede Menge zu bieten und verfügt über eine ausgedehnte, vielfältige touristische Infrastruktur.
Vom Alten Fritz und zeitloser Eleganz
Potsdam, ehemalige Residenzstadt der preußischen Könige und jetzige Landeshauptstadt, ist gespickt mit architektonischen Besonderheiten. Über allem jedoch strahlt die verspielte Schlossanlage von Sanssouci mit ihren prachtvollen Bauten und Gärten. Nach den Vorgaben König Friedrichs des Großen, dem "Alten Fritz", entstand ein meisterliches Bauwerk im Rokokostil. Die Schlösserlandschaften und zahlreichen Barockbauten in Potsdam sind mit insgesamt rund 500 Hektar die größte UNESCOWelterbestätte der Bundesrepublik. Etwas Zeit sollten die Besucher schon mitbringen, denn Potsdam ist ein wahrer Touristenhotspot. Nur einen Wimpernschlag entfernt liegen die Filmstudios Babelsberg, die einen interessanten Einblick in die Welt der Kinoleinwände gewähren.
Die Fontanestadt Neuruppin gilt bis heute als die preußischste Stadt unter allen Preußenstädten. Als Hauptort des Ruppiner Landes im Nordwesten Brandenburgs wurde die Gemeinde nach einem großen Brand ab dem Jahr 1787 im frühklassizistischen Stil wieder neu aufgebaut. Das rechtwinklige Straßennetz ist Ergebnis durchdachter Planungen. Neuruppins Wahrzeichen ist die Klosterkirche Sankt Trinitatis aus dem Jahr 1246. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Villa im Tempelgarten, das Geburtshaus des Dichters Theodor Fontane oder die Schinkelkirche.
Prenzlau, Eberswalde und Brandenburg an der Havel sind weitere Ortschaften mit einer bemerkenswerten Historie. Wer an einer umfangreichen und lebendigen Kunst- und Kulturszene Gefallen findet, ist in Frankfurt an der Oder bestens aufgehoben. Norddeutsche Backsteingotik und die mittelalterliche St.-Marien-Kirche mit ihren Bleiglasfensterfeldern sind nur einige der Sightseeinghighlights. Frankfurt an der Oder beherbergt viele Theater und Museen. Die unmittelbare Nähe zum Nachbarland Polen sorgt für einen regen Transitverkehr.
Die Toskana des Nordens
Im Nordosten Brandenburgs, etwa 80 Kilometer von Berlin entfernt, befindet sich ein besonderer Landstrich, der ein ideales Rückzugsgebiet für alle Urlauber darstellt, die Entspannung und Ruhe suchen. Die Uckermark ist eher spärlich besiedelt, geprägt von weiten Hügellandschaften mit Wäldern und Seen und wird nicht ohne Grund als "Toskana des Nordens" bezeichnet. Zwei Drittel der gesamten Region bestehen aus Naturschutzgebieten. Viele Künstler und kreative Köpfe haben sich bewusst für die authentische Abgeschiedenheit der Uckermark entschieden. Nachhaltigkeit und die regionale Herstellung von Lebensmitteln wie Honig, Marmelade oder Käse sind hier selbstverständlich.
Im Einklang mit der Natur erleben die Urlaubsgäste ausgiebige Wanderungen und Radtouren. Eine besonders beliebte Wegstrecke führt beispielsweise durch die Buchenwälder und Schluchten des Boizenburger Landes. Orte wie Templin oder Angermünde sollten bei einer Ausflugsfahrt berücksichtigt werden. Wasserwanderer kommen bei einer Kanutour durch den Nationalpark Unteres Odertal auf ihre Kosten.
Einzigartiger Spreewald
Eine der faszinierendsten Regionen innerhalb Deutschlands finden die Besucher im südöstlichen Teil Brandenburgs. Der Spreewald verteilt sich in ein ausgedehntes, zumeist nur mit traditionellen Kähnen befahrbares Flussniederungsnetz. Eine sagenumwobene, majestätisch anmutende Kulturlandschaft, die wie ein eigener Kosmos erscheint. Als Rückzugsgebiet der sorbischen Volksgruppe mit eigenen Bräuchen und eigener Sprache steht auch dieser Landesteil unter dem Schutz der UNESCO. Das Freilandmuseum in Lehde oder die Ausstellung in Dissen vermittelt mehr über die Lebensverhältnisse, das Handwerksgeschick oder die verschiedenen Feste und Veranstaltungen in den typischen Trachten.
Das Umland des Spreewaldes ist fruchtbar und idealer Nährboden für die Aufzucht der über die Landesgrenzen bekannten Gurken. Orte wie Lübben, Luckau und Lübbenau sowie die vielen Rad- und Wanderwege bescheren den Besuchern unvergessliche Eindrücke. In der Spreewaldtherme in Burg findet sich vermutlich eine der am besten ausgestatteten Bäderanlagen des gesamten Bundesgebietes.
Naturbelassene Seen- und Flusslandschaften
Eine weitere beliebte Brandenburger Ferienregion ist das Dahme-Seenland bei Zeuthen, Niederlehme und Wildau. Die wasserreiche Naturlandschaft wird durch die Nähe zur Bundeshauptstadt besonders von Familien als kurzfristiges Reiseziel genutzt. Hier lassen sich mit führerscheinfreien Hausbooten die Gewässer erkunden und steht ein großes Angebot an Freizeitaktivitäten zur Verfügung. Das Tropical Islands ist der größte Indoorwasserpark Europas und der Naturpark Dahme-Heideseen hält eine abwechslungsreiche Erlebniswelt bereit.
Im brandenburgischen "Eck", angrenzend zu Sachsen und Sachsen-Anhalt, liegt das Elbe-Elster-Land, eine Urlaubsregion mit herrlichen Auenlandschaften und verträumten Flussniederungen. Zahlreiche Naturschutzgebiete erwarten die Urlaubsgäste. Sehenswert sind auch der mittelalterliche Kern der Gemeinde Herzberg, das Kloster in Doberlug oder die Schlossanlagen von Sonnewalde und Sallgast. Die industrielle Vergangenheit einiger Gebietsabschnitte wird im Besucherbergwerk Lichterfeld erläutert, wo sich von der Aussichtsplattform der 74 Meter hohen Förderbrücke ein beeindruckender Blick über die Region bietet.
Bildergalerie
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Autor: VHSt
Quellen: Reiseland-Brandenburg.de, Touristinformation Brandenburg, Tourismusnetzwerk
Fotos: TMB: Kasperle © DLKEE Andreas Franke, Kloster Chorin © Kerstin Schlopsnies, Baumkronenpfad © Steffen Lehmann; Schloss Ribbeck © Tourismusverband Havelland e. V.; SPSG: Schloss Babelsberg © Hans Bach, Schloss Cecilienhof © Leo Seidel, restl. Fotos: Pixabay.com
HBZ · 07/2021
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