Koloniale Vergangenheit
Dekolonisierendes Erinnerungskonzept
Die Aufarbeitung der kolonialen Geschichte und ihrer Folgen gehört zu den zentralen erinnerungspolitischen Aufgaben.
Seit Ende der 1990er-Jahre haben verschiedene zivilgesellschaftliche Gruppen, unter ihnen insbesondere die Black Communities und People of Color (BPoC), mit hohem Engagement und großer Kreativität das Thema in die öffentliche Aufmerksamkeit gebracht. Als erste deutsche Metropole hat sich Hamburg 2014 schließlich zur Aufarbeitung dieses schwierigen Erbes entschieden. Nun hat Ende Februar der Beirat zur Dekolonisierung Hamburgs beim Runden Tisch Koloniales Erbe ein Eckpunktepapier für ein dekolonisierendes Erinnerungskonzept vorgestellt.
Dekolonisierung betrifft jedoch nicht nur Wissenschaft und Kultur, sondern die gesamte Stadtgesellschaft. Deshalb nennt das nun vorgelegte Eckpunktepapier, das an die Beratungen des Runden Tisches anknüpft, neben den Themen und Aufgabenfeldern von Wissenschaft und Forschung, Museen und Gedenkstätten, Theater, Literatur, Bildende Kunst, öffentliche Erinnerungsorte und Straßennamen auch die Bereiche Kita, Schule und Bildung, internationale Kooperationen und Städtepartnerschaften, Wirtschaft und Umwelt, Gesundheitswesen sowie Fragen des strukturellen Rassismus.
Das Papier bildet die Grundlage für die weitere Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit. Die Behörde für Kultur und Medien wird nun im Dialog mit den Interessengruppen und den betroffenen Behörden und Institutionen konkrete Schritte auf den Weg bringen. Dazu gehört unter anderem der Umgang mit kolonial belasteten Straßennamen und anderen Spuren kolonialer Vergangenheit im Stadtraum, der laufende Aufklärungsprozess an den Museen über Sammlungsgut aus Raubkunst und die verstärkte Zusammenarbeit und der Austausch mit Bund, Ländern und Kommunen zu dem Thema.
Autor: VHSt
HBZ · 04/2021
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