Gegen Finanzbetrug und Korruption
EU-Staatsanwaltschaft startet in Hamburg
Durch organisierten und grenzüberschreitenden Finanzbetrug entsteht dem Haushalt der Europäischen Union Jahr für Jahr ein Schaden in Milliardenhöhe.
Aufgabe der Ende 2017 per EU-Verordnung errichteten Europäischen Staatsanwaltschaft (EUStA) wird es künftig sein, die finanziellen Interessen der EU zu schützen. Zum 1. Juni 2021 nimmt die EUStA auch am Sitz in Hamburg ihre Arbeit auf.
Die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) ist für die strafrechtliche Untersuchung und Verfolgung sowie die Anklageerhebung in Bezug auf Straftaten zum Nachteil der finanziellen Interessen der Europäischen Union zuständig. Hierunter fallen etwa Subventionsbetrug, Korruption und grenzüberschreitender Mehrwertsteuerbetrug. Die zentrale Dienststelle der EUStA befindet sich in Luxemburg und wird von der Europäischen Generalstaatsanwältin, Laura Codrut²a Kövesi, geleitet. Zudem haben dort die Europäischen Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (eine Person für jeden der 22 beteiligten EU-Mitgliedstaaten) ihren Dienstsitz. Als deutscher Europäischer Staatsanwalt wurde Andrés Ritter ernannt, der zuvor Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Rostock war. Er ist einer der Stellvertreter der Europäischen Generalstaatsanwältin und übt zukünftig die Aufsicht über die in Deutschland geführten Verfahren der EUStA aus.
Auf lokaler Ebene obliegen den in den EU-Mitgliedstaaten tätigen sogenannten Delegierten Europäischen Staatsanwältinnen und Staatsanwälten die konkreten Ermittlungen sowie gegebenenfalls die Anklageerhebung und -vertretung vor den nach nationalem Recht zuständigen Gerichten. In Deutschland stehen insgesamt elf Delegierte Europäische Staatsanwältinnen und Staatsanwälte an fünf Standorten ("Zentren") in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und München bereit. Bei ihren Ermittlungen haben sie die gleichen Befugnisse wie nationale Staatsanwältinnen und Staatsanwälte. Sie können sich insbesondere auch der Unterstützung durch die deutschen Polizei- und Finanzbehörden bedienen.
In Hamburg werden Oberstaatsanwalt Jörg Schröder von der Staatsanwaltschaft Osnabrück und Staatsanwältin Catrin Knuth von der Staatsanwaltschaft Hamburg als Delegierte Europäische Staatsanwälte wirken.
Autor: VHSt
HBZ · 07/2021
Weitere Artikel aus der Rubrik "Verwaltung aktuell":
Strom- und Gasnetz fusionieren
Energienetz aus einer Hand
Die städtischen Energienetzbetreiber Gasnetz Hamburg GmbH und Stromnetz Hamburg GmbH sollen im Jahr 2024 zu einer spartenübergreifenden Netzgesellschaft fusioniert ...HBZ · 1/2024
Ehrung zum Jubiläum
100 Jahre Buch- und Kunsthandlung Felix Jud
Am 20. November 1923 gründete der Buchhändler Felix Jud (1899-1985) in den Colonnaden seine 'Hamburger Bücherstube'. ...HBZ · 1/2024
Ganztagsbetreuung
Hamburg bundesweit am besten aufgestellt
Schon im Jahr 2012 hat die Freie und Hansestadt Hamburg den Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung für alle Schulkinder bis 14 Jahre eing ...HBZ · 1/2024
Personalien
Neue Präsidenten bei Amtsgericht und Polizei
Im November letzten Jahres wählte der Richterwahlausschuss Dr. Guido Christensen zum neuen Präsidenten des Amtsgerichts Hamburg. ...HBZ · 1/2024
Schluss mit dem Papierkram
Bauantrag 2.0 rein digital
Ab dem 1. Januar 2024 ist es vorbei mit den dicken Aktenordnern: Die Baugenehmigungsbehörden der Freien und Hansestadt Hamburg haben das baurechtliche Genehmigungsverfah ...HBZ · 1/2024
Erfolgreiche Umsetzung
Hamburgs Grün erhalten
Im November 2023 informierte der Senat mit dem zweiten Bericht zum 'Vertrag für Hamburgs Stadtgrün' die Bürgerschaft über die Umsetzung der 2019 getroffe ...HBZ · 1/2024



