VHSt - Hamburgischer Verein für den öffentlichen Dienst
Hamburgischer Verein für den öffentlichen Dienst
 
Aktuelle Ausgabe
Titelfoto: © Eine Lochkarte war das Vorbild für die Fassade des Kallmorgen Tower, Foto: (c) stahlpress Medienbüro

Das Mitgliedermagazin

Hamburgische Zeitschrift für den öffentlichen Dienst

 

Mitglied werden

Profitieren Sie von der Mitgliedschaft im VHSt. Einfach ausdrucken und ausgefüllt an uns senden.

 

BESONDERE VERANSTALTUNGEN


 

Top-Themen

Schloss Reinbek

Herzogliches im Süden Schleswig-Holsteins

Foto: (c) Kulturzentrum Schloss Reinbek
Foto: (c) Kulturzentrum Schloss Reinbek
Nordöstlich des Hamburger Stadtteils Bergedorf befindet sich die schleswig- holsteinische Gemeinde Reinbek. Im Herzen der Stadt, direkt am Mühlenteich, liegt, umgeben von einer großen Parkanlage, das aus dem 16. Jahrhundert stammende Schloss Reinbek.

Als lebendiger Veranstaltungsort und kulturelles Zentrum, haben das Schloss und die angrenzenden Grünflächen den Übergang in das moderne Zeitalter des neuen Jahrtausends mustergültig gemeistert.

Vom Kloster zum Herzogtum

Auf dem ursprünglichen Gebiet des heutigen Schlosses befand sich seit Mitte des 13. Jahrhunderts das Reinbeker Nonnenkloster der Zisterzienserinnen. Als Folge der Reformation wurde das Kloster 1528 aufgelöst. Nutznießer war der dänische König Friedrich, welcher zum neuen Eigentümer des Landstriches wurde. Sechs Jahre später, bei den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen der Grafenfehde plünderten Truppen der Hansestadt Lübeck die Klosteranlage und setzten diese in Brand, sodass diese vollständig zerstört wurde. 1544 bewirkte der Vertrag zur Erbfolge, dass König Christian von Dänemark die Ländereien an seinen jüngeren Halbbruder Adolf abtrat und dieser fortan als Herzog von Schleswig-Holstein Gottorf über die Geschicke seines Residenzgebietes zu entscheiden hatte.

Der junge Herzog befand sich anfangs nur selten an seinem Hof in Gottorf. Er diente Kaiser Karl dem Fünften, folgte diesem in den Schmalkaldischen Krieg und zog gegen die Engländer und Holländer in die Schlacht. Erst später, als Adolf die Ehe mit Christine von Hessen einging, wurde dieser zu einem der bedeutendsten Bauherren in Holstein. Zunächst erfuhr das Gottorfer Schloss zahlreiche Modernisierungen. Es folgten die Bauanweisungen für die Schlösser in Husum, Trittau und Tönning. Die Residenz in Reinbek wurde in den Jahren 1572 bis 1576 errichtet. Es sollte dem Bauherren als Aufenthaltsort für die südlichen Teile seines zersplitterten Herzogtums und als Jagdschloss dienen.

Schloss Reinbek
Schloßstraße 5
21465 Reinbek
Telefon: (040) 72 75 08 11
www.schloss-reinbek.org

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr (außer bei Veranstaltungen)

Eintrittspreise:
3 Euro (Jugendliche und ermäßigt: 1,50 Euro, Familienkarte 4 Euro)


Foto: (c) Kulturzentrum Schloss Reinbek
Foto: (c) Kulturzentrum Schloss Reinbek

Schlossanlage im historischen Wandel

Erbaut im Stil der Renaissance mit niederländischen Einflüssen, war das Gebäude seiner Zeit weit voraus. Gemauerter, roter Backstein türmte sich auf einen hufeisenförmigen Grundriss. Der Dreiflügelbau mit einem offenen Arkadenhof war als reines Wohnobjekt konzipiert und besaß keine Befestigungs- oder Verteidigungsanlagen. Helle Sandsteinbänder zierten horizontal die Fassaden und das Satteldach war traditionell mit Schiefer belegt. Die Fensterrahmen aus Sandstein waren mit Steinkreuzen versehen und ließen sich durch hölzerne Läden verschließen. Einzige Verbindung zu den Stockwerken, war ein zunächst ein Treppenturm auf der Hofseite. Regional eher ungewöhnlich war der Arkadengang des Innenhofs, welcher durch toskanische Säulen begrenzt wurde.

Zum Areal des Schlosses gehörten etliche Nebengebäude, Stallungen, eine Brauerei und eine Kornbrennerei. Die Gartenanlagen wurden durch einige Fischteiche ergänzt. Nach dem Tode Herzog Adolfs nutzte dessen Witwe die Reinbeker Residenz. Sie war es auch die im Jahr 1620 einige Erweiterungen am Bauwerk vornehmen ließ, wie die Anfang des 20. Jahrhunderts zerstörte Schlosskapelle. Während des Dreißigjährigen Krieges hielten zunächst die Schweden, später Truppen des Kaisers Einzug in Reinbek, doch das Gebäude überdauerte jenes düstere Kapital der Geschichte ohne Schaden zu nehmen. Nach der Zeit der dänischen Herrschaft ging das Herzogtum im Jahre 1866 an Preußen. Schloss Reinbek, fortan zum Kreis Stormarn gehörend, überstand unter wechselnden Besitzverhältnissen und verschieden ausgerichteten Funktionsweisen nahezu unversehrt beide Weltkriege.

Moderne und Gegenwart

Zehn Jahre dauerten die umfangreichen Renovierungsarbeiten, die unter der Leitung des deutschen Architekten Horst von Bassewitz das Schloss wieder in seinen ursprünglichen Charakter aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückversetzten. Die immensen Kosten, die seinerzeit mit rund 10 Millionen D-Mark veranschlagt wurden, trugen der Bund und das Land. Heute wird das Schloss im Besitz der Stadt Reinbek und des Kreises Stormarn von der Stadt Reinbek als sehenswertes Denkmal von nationalem Rang und attraktives Veranstaltungshaus geführt. Der Verein "Freunde des Schlosses Reinbek" fördert seitdem den Schlossbetrieb. So sind auch heute die Innenräume des Schlosses teilweise als Museum zugänglich. Mit der modernen Verwendung hat Schloss Reinbek seine Bestimmung in der Gegenwart erfahren. Konferenzen, Ausstellungen und Tagungen sind ebenso alltägliches Programm wie Trauungen, Messen und Konzerte.

Autor: VHSt
Fotos: (c) Kulturzentrum Schloss Reinbek

HBZ · 11/2019
 
Weitere Meldungen:

Lernen am Bildschirm?

Digitalisierung an den Hamburger Schulen

Nicht nur in der Verwaltung schreitet die Digitalisierung immer weiter voran. Auch an den Hamburger Schulen hält sie immer mehr Einzug....
HBZ · 4/2026
 

Ihr Recht in der Praxis

Was ist eigentlich ein 'Konkurrentenverfahren'?

Sehr geehrte Mitglieder und Interessierte, ich möchte Ihnen heute das im Volksmund als "Konkurrentenverfahren" bekannte Verfahren vorstellen, orientiert an ei...
HBZ · 4/2026
 

Streifzüge durch (fast) 150 Jahre VHSt

Revolutionäre Beamte? Rat und Räte in Hamburg

Ist ein guter Rat teuer? Kommt drauf an. In Fragen des öffentlichen Dienstes zu Ausbildung, Besoldung, Fürsorge, Freizeit, Wohnen oder Rechtshilf...
HBZ · 4/2026
 

Der Weg Hamburgs in die digitale Zukunft

Von der Zettelwirtschaft zur Smart City

Digitalisierung ist nicht allein eine Frage der Technik, sondern auch ein soziales Unterfangen. Als Zeichen für die Verschmelzung von Bildung, Kultur und Verwaltung i...
HBZ · 4/2026
 

Das Hamburg-Rätsel

Welcher Musentempel befindet sich hinter dieser Glasfassade?

Liebe Leserin und lieber Leser, mit unserem Hamburg-Rätsel können Sie testen, wie gut Sie Hamburg kennen....
HBZ · 4/2026
 

Editorial

Bits und Bytes

Liebe Mitglieder des VHSt, liebe Kolleginnen und Kollegen, der Digitalisierung der Welt ist nicht zu entkommen, nicht einmal in der altehrwürdigen HBZ....
HBZ · 4/2026
 
 
 
 

TOP