Titelfoto: © Eine Lochkarte war das Vorbild für die Fassade des Kallmorgen Tower, Foto: (c) stahlpress Medienbüro
Hamburgische Zeitschrift für den öffentlichen Dienst
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YouNet - gemeinsam die Zukunft gestalten
Netzwerk der jungen Verwaltung
YouNet-Kernteam (v. l. n. r.): Emily Hüttenrauch, Hedi Wohlgemuth, Annika Rix, Marlene Klaus und Amelie Bettin
Das YouNet ist ein neues und kostenloses Kollegennetzwerk für alle Berufsanfänger der Laufbahngruppen I und II in der Hamburger Verwaltung. Hauptziele sind es, das Ankommen im neuen Job zu erleichtern, der jungen Verwaltung eine Stimme zu geben, die neuen Kollegen behördenübergreifend zu vernetzen und so die Vielfalt der Allgemeinen Verwaltung sichtbar zu machen.
Wir haben uns mit Marlene Klaus und Amelie Bettin, zwei Mitgliedern des siebenköpfigen Kernteams, über Organisation, Angebote und Ziele des YouNets unterhalten.
Als Vorbild stand die Ratten-AG Modell. Die Ratten sind das seit Mitte des letzten Jahrhunderts erfolgreiche Netzwerk der jungen Regierungsräte des höheren Dienstes der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH). Für den ehemaligen mittleren und gehobenen Dienst, die heutigen Laufbahngruppen I und II, gab es bisher nichts dergleichen. Diese Lücke schließt sich nun mit dem YouNet.
Seit 2021 bietet das Netzwerk eine Plattform, auf der behördenübergreifende Begegnungen auf Augenhöhe und eine frische Duzkultur herrschen. Unterstützung gibt es vom Zentrum für Aus- und Fortbildung (ZAF/AMD), dessen Geschäftsführerin, Julia Sprei, als Schirmherrin gewonnen werden konnte. Das ZAF stellt Ressourcen und Strukturen wie E-Mail-Adresse und SharePoint-Auftritte im Intranet zur Verfügung und hat ein offenes Ohr für alle Belange der jungen Verwaltung, als deren Sprachrohr sich das YouNet versteht.
Das erste YouNet Sommerfest mit Spielen und Grillabend
Über den Tellerrand schauen
Neben der Vereinfachung des Einstiegs, des Zurechtfindens innerhalb der FHH für Berufsanfänger und dem Knüpfen von Kontakten über alle Verwaltungsinstanzen steht die aktive Zukunftsgestaltung im Vordergrund. "Wie möchten wir hier zusammenarbeiten? Wo drückt der Schuh gerade? Wir wollen nicht die Vergangenheit aufwühlen, sondern gucken, was wir besser machen können", sagt Marlene Klaus. Die 27-Jährige arbeitet als Controllerin im Zentrum für Personaldienste und ist eines der Gründungsmitglieder des YouNets. "Als Berufseinsteiger stellt man sich auch Fragen wie: Gibt es noch etwas anderes? Was machen die anderen und welche Erfahrungen haben sie gemacht?" Durch persönliche Kontakte würden die Wege innerhalb der FHH kürzer und informeller, die Barrieren niedriger.
Neue Mitglieder abholen
Das YouNet zählt bereits 260 Mitglieder. "Unsere Zielgruppe reicht von Auszubildenden zu Verwaltungsfachangestellten, Regierungssekretär-Anwärter:innen, Regierungsinspektor- Anwärter:innen, die gerade mit ihrem Studium oder ihrer Ausbildung fertig sind, bis zu neuen Quereinsteiger:innen", sagt Marlene. Das ZAF ist Veranstalter der entsprechenden Abschlussveranstaltungen und erlaubt dem YouNet, sich dort vorzustellen und Flyer zu verteilen. "Die Flyer liegen auch in Behörden aus. Unser Ziel ist es, innerhalb der Behörden zu bleiben und nicht Außenwerbung zu betreiben. Wir sind kein Verein, sondern ein Kollegennetzwerk", betont sie. Amelie Bettin kam vor rund einem halben Jahr über den guten alten Flurfunk zum YouNet. Die 24-Jährige arbeitet als Qualitätsmanagerin in der Justizkasse und wurde von einem Mitglied des YouNet-Kernteams zu einer After-Work-Veranstaltung mitgenommen. Heute ist sie Teil des Kernteams, das ehrenamtlich und meistens außerhalb der Arbeitszeit im Hintergrund für Planung und Organisation sorgt.
Ob Pubquiz oder Domrallyes - gemeinsamer Spaß gehört auch zum YouNet
Digital und persönlich
"Die Mitglieder erhalten Newsletter oder werden auf YouNet-Veranstaltungen über anstehende Veranstaltungstermine und Aktionen informiert. Wer in den Verteiler oder auch ins Kernteam möchte, schreibt einfach eine E-Mail", sagt Amelie. Im SharePoint gibt es eine Art YouNet-Facebook, bei dem alle Mitglieder sich und ihr Spezialwissen vorstellen und mit anderen in Kontakt treten können. Einmal monatlich gibt es das YouLunch, eine gemeinsame, maximal einstündige Mittagspause am Bildschirm. Experten aus verschiedenen Behörden referieren zu Themen wie "Sabbatical und Beurlaubung", "Digitalisierung und Homeoffice" oder stellen einzelne Dienststellen und Projekte vor.
Als Berufseinsteiger stellt man sich auch Fragen wie: Gibt es noch etwas anderes? Was machen die anderen und welche Erfahrungen haben sie gemacht?
Darüber hinaus veranstaltet das YouNet analoge und digitale Workshops, deren Ergebnisse der FHH zur Verfügung gestellt werden, um so Themen aufzuwerfen und die Ansichten und Vorschläge der jungen Verwaltung zu kommunizieren. "Unsere Referenten bekommen wir über persönliche Kontakte oder das interne Adressbuch. Wir würden uns auch über VHSt-Mitglieder freuen, die ihre Erfahrungen in der Verwaltung mit uns teilen möchten", sagt Marlene. Interessierte Mitglieder können sich bei VHSt-Schriftführer Sebastian Knust, der ebenfalls ein YouNet-Mitglied ist, unter s.knust@vhst.de melden.
Als persönliche Treffen gibt es nach Feierabend rund alle zwei Monate After-Work-Events, ein jährliches Sommerfest oder auch gemeinsame Unternehmungen. "Wir fragen in einer Menti-Umfrage die Mitglieder nach ihren Wünschen und Vorschlägen. In der letzten Umfrage ging es um das Behördenwort des Jahres 2022." Die Mitglieder stimmten für "93er-Vereinbarung". Damit wird sich auf die neue Homeoffice-Regelung bezogen, die es Beschäftigten ermöglicht, bis zu 60 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice zu verbringen.
Autor: Samira Aikas
Fotos: (c) YouNet
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