VHSt - Hamburgischer Verein für den öffentlichen Dienst
Hamburgischer Verein für den öffentlichen Dienst
 
Aktuelle Ausgabe
Titelfoto: © foto-select - stock.adobe.com

Das Mitgliedermagazin

Hamburgische Zeitschrift für den öffentlichen Dienst

 

Mitglied werden

Profitieren Sie von der Mitgliedschaft im VHSt. Einfach ausdrucken und ausgefüllt an uns senden.

 

BESONDERE VERANSTALTUNGEN


 

Top-Themen

Künstlerporträt

Norddeutschlands Liedforscher: Jochen Wiegandt

Foto: (c) Jochen Wiegandt
Foto: (c) Jochen Wiegandt

Auf der großen VHSt-Jubiläums-Elbkreuzfahrt am 4. September haben wir den Hamburger Liedermacher und Folk-Urgestein Jochen Wiegandt als Showact an Bord.

Wir stellen Ihnen den norddeutschen Neo-Barden vor, den viele noch aus seiner Zeit beim NDRFernsehen ("Bi uns to Hus") und dem Radiosender NDR 90,3 ("Sonntakte", "Wi snackt Platt") kennen.

Jochen Wiegandt, auch "Der Möwe von Hamburg" genannt, begann seine musikalische Karriere in der Nachzeit der 68er-Bewegung. Liedermacher wie Hannes Wader und Konstantin Wecker weckten damals seine Leidenschaft für deutsche Lieder. "Wir sagten uns, dass es doch noch was anderes als 'Schwarzbraun ist die Haselnuss' und was Heino und Konsorten damals so Unsägliches gesungen haben geben muss", so der Musiker. Mit seinem Trio "Liederjan" gehörte er zu den Ersten, die mit deutschen Volksliedern erfolgreich durchs Land tourten. Dabei sang die Band echte Volkslieder und nicht das, was in den Liederbüchern der Schulen stand. In ihrer Liebe zu Hamburg und zur Natur waren sie von dem Motiv befeuert, dass "die hochgereckte Faust im Arbeitskampf auch geöffnet sein kann, um ein Bierglas zu heben oder ein Mädel im Arm zu halten". Auch Plattdeutsch war schon dabei …

In den 80ern verließ der Gitarrist Liederjan die Band, um als Solokünstler eigene Songs zu schreiben wie "Meine Heimat ist der Norden" - ein Lied über Umweltverschmutzung - und beim Radio und Fernsehen zu arbeiten. Zudem entwickelte Wiegandt das "Liederatur- Konzept", für das er mit dem Niederdeutschen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. "Wenn ich ein Lied über einen Viermaster oder den Mann mit der Quetschkommode höre, will ich das auch sehen. Ich wollte wissen, woher die Lieder stammen und ob sie an der Ostseeküste anders gesungen werden als an der Nordseeküste", so Wiegandt. Seine "Liederatur" ist daher Liedforschung mit Bild, Ton und Quellensuche. Sein erstes "Liederaturbuch" war ein zweibändiges Hamburger Liederbuch mit Lexikon. In dem einen Band waren Noten und Texte, in dem anderen alphabetisch sortierte Wortbedeutungen (wie "Windjammer" oder "Backfisch) und Wissenswertes über die Künstler.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Bücher und Alben aus seiner Feder. Sein Buch Hallo, hier Hamburg! wurde zu einer der schönsten Hamburgensien des Jahres 2017 gewählt. Und mit seinem großen Repertoire tritt Wiegandt heutzutage auf kleinen und großen Bühnen auf. Ein denkwürdiger Auftritt war die Trauerfeier für Helmut Schmidt im Michel, bei der er das Lied "Min Jehann" sang. Am liebsten tritt er aber auf Familienfeiern auf. "Da brauche ich kein Mikrofon und singe mit den Leuten. Ich habe selbst keine Familie mehr und freue mich über Ersatzfamilien, die mich zu ihrer Feier einladen!" Neben seinen Auftritten arbeitet Wiegandt zurzeit mit dem Heimatbund an einem großen Liederaturbuch für Schleswig-Holstein. Hierfür benötigt er von den Bewohnern dieses Landes bis Ende 2019 noch viel Hilfe und Material über die traditionelle Musikszene.

Weitere Informationen und Kontakt: www.jochenwiegandt.de

Autor: VHSt
Fotos: (c) Jochen Wiegandt

HBZ · 07/2019
 
Weitere Meldungen:

Hamburg bereitet sich auf neue Krisen vor

Dystopie in Grau-Grün

Hamburg will resilienter werden und bereitet sich auf Krisen und Krieg vor - vor allem die Unternehmen der öffentlichen Daseinsfürsorge sind involviert. Doch keiner der wenig...
HBZ · 1/2026
 

Editorial

Krisen und Übergänge

Liebe Mitglieder des VHSt, liebe Kolleginnen und Kollegen, ich hoffe, Sie hatten schöne Feiertage und einen angenehmen Jahreswechsel. Ich gestehe, dass ich mit ambivalenten Ge...
HBZ · 1/2026
 

Das Hamburg-Rätsel

Welches zum UNESCO-Weltkulturelbe gehörende Gebäude ziert dieses Spitzdach?

Liebe Leserin und lieber Leser, mit unserem Hamburg-Rätsel können Sie testen, wie gut Sie Hamburg kennen....
HBZ · 1/2026
 

Das Hamburg-Rätsel

Vor welchem berühmten Hamburger Gebäude steht das Denkmal des Reformators Martin Luther?

Liebe Leserin und lieber Leser, mit unserem Hamburg-Rätsel können Sie testen, wie gut Sie Hamburg kenn...
HBZ · 10/2025
 

Aufgeblättert: Buchtipp

'Jetzt haben wir den Juden Arendt endlich!'

Wer heute über Hamburgs Edel-Shoppingmeile Neuer Wall flaniert, erfreut sich an den schillernden Fassaden und Luxusartikeln in den Auslagen. Dass sich in dieser w...
HBZ · 10/2025
 

Geschichten aus Hamburgs Geschichte

Böser Zauber

Abelke Bleken wurde Ende des 16. Jahrhunderts in Ochsenwerder als "Hexe" verbrannt...
HBZ · 10/2025
 
 
 
 

TOP