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Ohnsorg und St. Pauli Theater
Platt is wedder op de Speeldeel!
Foto: Oliver Fantitsch
Seit über einem Jahrhundert gehört das Ohnsorg-Theater fest in die Hamburger Theaterlandschaft. Auch der coronavirusbedingte Lockdown konnte das Plattdeutsche Volkstheater nicht kleinkriegen.
Unter Einhaltung der Hygienevorschriften werden wieder beide Bühnen bespielt. Im Oktober gibt es im Studio den komödiantischen Monolog "Nipple Jesus" zu sehen, in dem Ex-Türsteher Hauke, gespielt von Oskar Ketelhut, noch bis zum 18. Oktober das Kunstwerk "Jesus am Kreuz" als Brustwarzencollage aus Pornoheften vor der empörten Öffentlichkeit bewacht. Im Großen Haus steht fast täglich das Stück "Bloots en lütten Boort" auf dem Spielplan, das am 1. Oktober dort Premiere feiert.
Die Komödie "Bloots en lütten Boort - das Bärtchen" stellt den Hauptprotagonisten Sylvain, gespielt von Markus Gillich, vor ein ungewöhnliches Problem. Der überall beliebte, nette und zurückhaltende Sylvain soll seinen zukünftigen Schwiegervater treffen, einen strengen Mann, der so gar keinen Humor besitzt. Darauf bedacht, einen guten Eindruck zu machen, möchte sich Sylvain bei seinem äußeren Erscheinungsbild besondere Mühe geben, und dann passiert es … Der Strom fällt gerade dann aus, als er sich elektrisch rasiert. Ein Teil des Barts ist zwar weg, aber genau das kleine Stück unterhalb der Nase verblieb: ein "Hitlerbärtchen"! Der Besuch bei den Schwiegereltern in spe ist gespickt von Missverständnissen, Verwechslungen und Vorurteilen …
Buntes Programm im St. Pauli Theater
Das St. Pauli Theater ist nicht nur das älteste Privattheater der Stadt, sondern auch eines der ältesten Theater Deutschlands überhaupt. Wir freuen uns, dass es die Coronakrise überstanden hat und die Bühne seit September wieder ein vielfältiges Programm bietet. Zu den im Oktober 2020 aufgeführten Stücken gehören u. a. das Briefromandrama "Love Letters" von A. R. Gurney, das Stück "Die Abrechnung", in dem Peter Engelhardt, Gerburg Jahnke und Nito Torres ihrem Ärger über das Virus, die Liebe, Laktose und vieles andere Luft machen, sowie "Alfons - Jetzt noch deutscherer," eine Melange aus Theater und Kabarett.
Foto: Guido Werner
Der Kabarettist Emmanuel Peterfalvi, der als die Figur des TV-Reporters Alfons mit Trainingsjacke und Puschelmikrofon u. a. im NDR bekannt ist, lebt seit 1991 in Hamburg. Seit dem 3. November 2017 hat er neben der französischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Laut Alfons ist es aber ein Widerspruch, Deutscher und zugleich Franzose zu sein: "Deutsche sind diszipliniert, pünktlich und effizient - Franzosen sind normal", meint er. In seinem neuen Stück "Alfons - Jetzt noch deutscherer" teilt er in himmlisch komischer Manier die Geschichte, wie er zum Deutschen wurde, mit seinem Publikum. Den Anfang machte ein Brief von Hamburgs damaligem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz, in dem stand: "Sie leben schon sehr lange in Deutschland - möchten Sie nicht deutscher Staatsbürger werden?" Diese Frage hatte er sich noch nie gestellt: "Ich dachte mir: Deutscher werden - warum eigentlich nicht. Aber gleichzeitig auch: Warum eigentlich?" Mit seinem schrägen Charme führt Alfons sein Publikum durch die Geschichte seiner Kindheit in Paris bis zu dem betörend samtigen Grau der deutschen Amtsstuben. "Alfons - Jetzt noch deutscherer" ist eine herrliche Mischung aus Theater, Kabarett und Stand-up.
Alfons: Rasender Reporter, Franzose und jetzt auch noch Deutscher
Alfons - Jetzt noch deutscherer Kabarett von Emmanuel Peterfalvi Musikalische Begleitung: Julia Schilinski Aufführungen: 28. bis 31. Oktober 2020 Tickets: ab 17,90 Euro im Vorverkauf
St. Pauli Theater
Spielbudenplatz 29-30
www.st-pauli-theater.de
Kartenreservierung telefonisch:
Mo. bis Fr. 10 bis 16 Uhr
Tel.: (040) 47 11 06 66
Markus Gillich in "Bloots en lütten Boort"
Bloots en lütten Boort - das Bärtchen Komödie von Sacha Judaszko und Fabrice Donnio Regie: Murat Yeginer, Plattdeutsch: Kerstin Stölting Ausstattung: Stephanie Kniesbeck Schauspieler: Markus Gillich, Till Huster, Rabea Lübbe, Daniel Schütter u. a. Aufführungen: 1. bis 31. Oktober 2020 Tickets: ab 23,52 Euro im Vorverkauf
Ohnsorg-Theater
Heidi-Kabel-Platz 1
www.ohnsorg.de
Öffnungszeiten der Theaterkasse:
Do. bis Sa. 10 bis 18:30 Uhr
So. 14 bis 18:30 Uhr
Tel.: (040) 35 08 03 21
Quellen: St. Pauli Theater, Ohnsorg-Theater
Fotos: Fotos: "Bloots en lütten Boort" © Oliver Fantitsch; "ALFONS" © Guido Werner
Autor: VHSt
HBZ · 10/2020
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