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Grußwort des neuen Vorstands

Liebe Mitglieder des VHSt, liebe Kolleginnen und Kollegen


Nachdem unser 1. Vorsitzender Joachim Meyer und unser 2. Vorsitzender Helge Rodewald im Mai unerwartet verstarben, wählte die Mitgliederversammlung am 3. August einen neuen Vorstand.

Bild oben: Der neue Vorstand des VHSt (von links nach rechts) : 1. Vorsitzender Dr. Arne Offermanns, 2. Vorsitzender Bernd Ricanek, Beisitzerin Irene Meyer, Schatzmeister Wolfgang Crabiell und Schriftführer Andreas Dude

Bereits am 5. August fand dessen erste Sitzung statt. Neuer 1. Vorsitzender ist Dr. Arne Offermanns, unser langjähriger Schatzmeister Bernd Ricanek ist nun 2. Vorsitzender. Für ihn hat Wolfgang Crabiell das Amt des Schatzmeisters übernommen. Beisitzerin und verantwortlich für die Betreuung der Stadtteilgruppen ist weiterhin Irene Meyer, Andreas Dude setzt seine Arbeit als Schriftführer ebenfalls fort.

Es ist also eine gewisse Kontinuität gewahrt. Doch zugleich ist der Umbruch groß. Vieles an Wissen und Erfahrung ist verloren gegangen. Die neuen Vorstände müssen sich daher schnell mit der Situation des Vereins und ihren Aufgaben vertraut machen. Dabei können sie auf die Unterstützung der erfahrenen Vorstände und Mitarbeiterinnen des Vereins zählen.

Diese ist auch nötig, denn die Aufgaben drängen: So musste zuallererst die Handlungsfähigkeit des Vereins gegenüber Behörden und Banken wiederhergestellt werden. Unser aller Dank gebührt Bernd Ricanek, der dies - wie vieles andere in den letzten Monaten - mit großem Einsatz sichergestellt hat. Die Corona-Lage musste bezüglich ihrer Auswirkungen auf das Vereinsgeschehen eingeschätzt werden, etwa mit Blick auf die zentrale Weihnachtsfeier. Schweren Herzens entschied der Vorstand am 15. September auf diese zum Schutze der Gesundheit auch in diesm Jahr zu verzichten und dafür im Mai oder Juni 2022 eine zentrale Feier zu organisieren.

Doch es drängen nicht nur kurzfristige Fragen und Probleme. Wie Bernd Ricanek auf der Mitgliederversammlung darstellte, steht der Verein vor allem strategisch vor großen Herausforderungen: Der Altersdurchschnitt ist drastisch gestiegen, die langjährigen Mitglieder sterben allmählich, neue Mitglieder gibt es kaum. Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 1979 bildeten die 14.000 Mitglieder, von denen etwa die Hälfte noch im aktiven Dienst stand, "einen der größten Vereine der Freien und Hansestadt Hamburg". Im Jahr 2004 konnte Joachim Meyer als 1. Vorsitzender anlässlich des 125. Geburtstages noch von 5.000 Mitgliedern sprechen, deren Interessen der Verein vertrat. Von diesen ist jedoch nur noch etwa ein Fünftel übrig: Inzwischen zählt unser "Verein von Ruheständlern", wie Bernd Ricanek es auf der Mitgliederversammlung formulierte, weniger als 1.100 Mitglieder. Im Vergleich zu 1979 ist die Mitgliederzahl also um über 90 Prozent gesunken.

Mit dieser Entwicklung sind auch finanzielle Konsequenzen verbunden: Der Verein lebt aktuell von der Substanz - und diese zehrt sich allmählich auf, denn die Reserven sind endlich. Das Gute ist: Noch haben wir Zeit, den Trend umzudrehen, damit der Verein auch nach seinem 150. Geburtstag gesund und fit ins Alter gehen kann.

Bereits der vorherige Vorstand hatte versucht, die Aktivitäten der Stadtteilgruppen und des Vereins mit neuem Leben zu erfüllen. So wurde etwa im März 2020 in der HBZ das Interesse an weiteren Kursangeboten abgefragt, darunter Handarbeit, Zeichnen, ein Biografiekurs oder eine Fotosafari. Aus diesen Plänen ist - auch aufgrund der dann einsetzenden Pandemie - bisher nichts geworden.

Nun stellt sich die Frage nach der Zukunft des Vereins für den neuen Vorstand ebenfalls. Bei dem Wunsch, den Verein zu entwickeln, macht ein Blick in unsere Geschichte Hoffnung: Der VHSt hat schon einige Krisen überstanden und sich mehrfach neu aufgestellt. Doch was können wir heute tun? Schnell kommen zwei Alternativen in den Sinn: sparen oder neue Mitglieder werben.

Möglichkeiten, Ersteres zu tun, wird der Vorstand in der nächsten Zeit sicher prüfen müssen. Dabei wird es darauf ankommen, die Bereiche, die für die Mitglieder und die Entwicklung des Vereins bedeutsam sind, stark zu halten. Zu diesen gehören insbesondere unsere Kurse, die Aktivitäten der Stadtteilgruppen und natürlich die HBZ als Vereinsorgan. Die Suche nach möglichen Verringerungen von Kosten ist gleichwohl geboten. Vor allem aber wird zu prüfen sein, wie diese Bereiche mehr dazu beitragen können, den Verein für neue Mitglieder attraktiv zu machen.

Wie aber gewinnt man neue Mitglieder? Ein Blick in die Vergangenheit gibt Hinweise und macht Mut. Im Jahr 1901 konnte der damalige Vorstand berichten, dass die Zahl der Mitglieder "ohne besondere Agitation" und "trotzdem wir […] weit strengere Aufnahmebedingungen besitzen als andere verwandte Vereinigungen" "von 10.206 Ende 1899 auf 10.833 Ende 1900" gestiegen war: "Wir erblicken in dieser bedeutenden Zunahme eine Anerkennung der praktischen Tätigkeit des Vereins", hieß es zur Erklärung.

In diesem Sinne wird die Hauptaufgabe des Vorstandes in der nächsten Zeit darin liegen, sich Gedanken darüber zu machen, wie es um die "praktische Tätigkeit des Vereins" bestellt ist - und diese so weiterzuentwickeln, dass sie ähnlich zählbare Anerkennung findet. Das können wir nicht ohne Sie tun. In der nächsten Ausgabe wollen wir Ihnen erste Überlegungen dazu vorstellen, wie Sie sich auf dem Weg in die Zukunft des VHSt einbringen können.

Für den Vorstand
Dr. Arne Offermanns

Autor: Dr. Arne Offermanns
Fotos: Samira Aikas

HBZ · 10/2021
 
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