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Flanieren in der Ferne

Auf den Spuren von Hans Christian Andersen in Kopenhagen

Am Kanal Nyhavn lebte Hans Christian Andersen von 1871 bis 1873
Am Kanal Nyhavn lebte Hans Christian Andersen von 1871 bis 1873

Auch wenn die Corona-Pandemie unserer Reiselust in den letzten Jahren Grenzen gesetzt hat, können wir doch zum Glück eine Reise auf dem Papier antreten und im Sessel sitzend in die Ferne schweifen.

Lassen Sie uns also auf den Spuren des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen (1805-1875) in die wunderbare Hauptstadt unseres Nachbarlandes flanieren: Kopenhagen! Die Metropole gilt als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum Dänemarks und lädt mit ihrer Nähe zum Wasser, ihren gemütlichen Cafés, wunderbaren Museen und Galerien, Theatern und Restaurants zu einem Wochenendausflug ein.

Tivoli

Wir starten unseren Spaziergang am Hauptbahnhof, denn von hier gelangen wir in nur wenigen Schritten zum Tivoli, dem bekannten Freizeitpark, der im Jahr 1843 eröffnet wurde. Hans Christian Andersen war ein regelmäßiger Besucher des Vergnügungsparks. Wenn er nicht gerade an seinem Schreibtisch saß und Märchen verfasste, lustwandelte er durch die Straßen und Gassen Kopenhagens und fand hier Inspiration. Selbst Walt Disney diente der Tivoli als Vorbild für seine weltberühmten Parkanlagen.

Nyhavn

Vom Tivoli geht es weiter zu dem auf zahlreichen Postkarten abgebildeten Kanal Nyhavn, der gesäumt ist von bunten Wohnhäusern. Hans Christian Andersen lebte hier in einer Pension direkt am Kanal: Das gelbe Haus mit der Nummer 18 ist bis heute ein beliebtes Ziel für Andersen-Fans. Der Dichter wohnte hier in den Jahren 1871 bis 1873, heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz. In Nyhavn laden aber auch viele Straßencafés, Restaurants und Bars zu einer Pause mit Blick über das Wasser ein. Verweilen wir also kurz, bevor es gleich weitergeht mit unserem imaginären Fußmarsch: Richtung der wohl berühmtesten Sehenswürdigkeit Kopenhagens, die aus einem bekannten Märchen von Hans Christian Andersen stammt ...

Skulptur der Kleinen Meerjungfrau von Edvard Eriksen an der Uferpromenade
Skulptur der Kleinen Meerjungfrau von Edvard Eriksen an der Uferpromenade

Kleine Meerjungfrau

Die Kopenhagen-Flanerie führt uns natürlich zur legendären Bronzestatue an der Uferpromenade, die 1913 dort aufgestellt wurde und seitdem jeden Tag viele Besucher und Besucherinnen aus der ganzen Welt anzieht: die Skulptur mit dem dänischen Titel Den lille Havfrue der Meerjungfrau aus Andersens Märchen Die kleine Meerjungfrau aus dem Jahr 1837. In dem Märchen verliebt sich eine junge Nixe in einen Prinzen und gibt ihr Leben unter Wasser auf, um mit dem Geliebten an Land leben zu können. Der Kopenhagener Bildhauer Edvard Eriksen (1876-1959) fertigte die nur 125 Zentimeter hohe Statue an. Als Vorbild für ihr Gesicht diente die dänische Schauspielerin und Balletttänzerin Ellen Juliette Collin Price (1878-1968). Die Statue der Kleinen Meerjungfrau gilt bis heute als Wahrzeichen Kopenhagens und beliebtes Dichterdenkmal.

Hans Christian Andersen

Hans Christian Andersens literarisches Vermächtnis besteht aus 168 Märchen und nahezu 1.000 Gedichten. Seine Werke, die Generationen von Lesenden - Kinder und Erwachsene gleichermaßen - begeisterten, wurden in mehr als 80 Sprachen übersetzt und sind durch Adaptionen für Theater, Ballett und Film einer internationalen Leserschaft bekannt. "Andersen entwirft eine Welt, in der es real und phantastisch zugeht. Wer Andersens Märchen liest, folgt einer Blindenschrift, die sich immer wieder aufs Neue erfindet", sagte Günter Grass einst über das Werk des dänischen Dichters.

Wer mehr über Hans Christian Andersen erfahren will, dem sei die wunderbare Biografie von Heinrich Detering ans Herz gelegt: Heinrich Detering: Hans Christian Andersen, Deutscher Kunstverlag, 2015.

Quellen: hans-christian-andersen.de, visitcopenhagen.com, Heinrich Detering: Hans Christian Andersen, Deutscher Kunstverlag, 2015

Fotos: Meerjungfrau: Pexels.com © Robert Fisk; Kanal Nyhavn: Pexels.com © Ivan Ivan Draži'c

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Autor: VHSt

HBZ · 05/2022
 
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