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VHSt-Mitgliederversammlung 2022

Arbeit an der Zukunft

Große Zustimmung nach kritischer Diskussion, Foto: Samira Aikas
Große Zustimmung nach kritischer Diskussion, Foto: Samira Aikas

Die Mitgliederversammlung des Vereins Hamburgischer Staatsbeamten r. V., die am 19. September 2022 im Haus der Patriotischen Gesellschaft stattfand, ließ die etwa 50 Anwesenden mit gemischten Gefühlen zurück.

Denn die Berichte des Vorstands zeichneten ein prekäres Bild der Mitgliederentwicklung und finanziellen Lage des Vereins. Zugleich gab es jedoch auch positive Signale, wie etwa die große Unterstützung für den vom Vorstand vorgeschlagenen Kurs. Vor allem aber machte die Bereitschaft jüngerer Mitglieder, Verantwortung für die Geschicke des Vereins zu übernehmen, Hoffnung für die Zukunft.

Positive Entwicklungen

Nachdem der 2. Vorsitzende Bernd Ricanek die Mitgliederversammlung eröffnet hatte und der im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder gedacht worden war, folgten der Geschäftsbericht des Vorstands und der Kassenbericht für das Geschäftsjahr 2021. Dr. Arne Offermanns ging im Geschäftsbericht zunächst auf die positiven Entwicklungen seit der letzten Mitgliederversammlung ein: Die Stadtteilgruppen des Vereins konnten sich wieder treffen, es gab Kurs- und Freizeitangebote, gemeinsame Ausflüge, Stadtrundfahrten und Weihnachtsfeiern. Auch Aktivitäten wie das sommerliche Spargelessen trugen dazu bei, Kontakte wieder zu vertiefen, die durch die Pandemie eingeschränkt oder abgebrochen waren. Der Vorsitzende bedankte sich herzlich bei allen, die als Mitarbeiterinnen oder Ehrenamtliche daran beteiligt waren, dies zu ermöglichen.

Ein Verein in Schieflage

Doch ansonsten mussten er und Schatzmeister Wolfgang Crabiell von einem Verein in Schieflage berichten. Der erneute Verlust von etwa 10 Prozent der Mitgliedschaft seit August 2021 konnte durch Neueintritte nur zu einem Bruchteil aufgefangen werden. Zur Mitgliederversammlung hatte der Verein nur noch 966 Mitglieder. Mangels Nachfrage wurde die Stadtteilgruppe Walddörfer eingestellt, zum Jahresende nun auch die Stadtteilgruppe Altona.

Auch die finanzielle Entwicklung ist, wie der Schatzmeister ausführte, weiterhin alarmierend. Zwar wurde den Jahresabschlüssen von Verein und Stiftung für das Geschäftsjahr 2021 vom Wirtschaftsprüfer ein uneingeschränktes Testat erteilt. Doch am Gesamtverlust von über 170.000 Euro änderte dies nichts. Der Verein hat, wie es der Vorsitzende zuvor im Geschäftsbericht formulierte, "in den letzten Jahren exzessiv über seine Verhältnisse gelebt". Die Situation des VHSt ist also weiter höchst prekär.

In der intensiven Aussprache zu den Berichten ging der Vorstand sehr offen und umfänglich auf die vielen kritischen Fragen der Anwesenden ein. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde der Vorstand abschließend für das Geschäftsjahr 2021 entlastet.

Herzlicher Dank an Irene Meyer (l), Bedrückende Zahlen im Bericht des Schatzmeisters (r), Foto: Samira Aikas
Herzlicher Dank an Irene Meyer (l), Bedrückende Zahlen im Bericht des Schatzmeisters (r), Foto: Samira Aikas

Wirtschaftsplan 2022/23

Anschließend wurde der Wirtschaftsplan für die Jahre 2022 und 2023 vorgelegt. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die möglichen Erträge des Vereins aus der Stiftung und der Vermietung der Ferienwohnungen, der geplante Verkauf einer Ferienwohnung und die hohen Kosten für das Vereinszentrum. Nachdem der Vorstand alle Fragen beantwortet und die Hintergründe erklärt hatte, wurde der Planung mit großer Mehrheit zugestimmt.

Der verabschiedete Wirtschaftsplan sieht für das Jahr 2022 ein Minus von ca. 140.000 Euro vor. Im Jahr 2023 sollen der eingeleitete Sparkurs und das Bemühen um neue Einnahmen bereits stärker greifen. Gleichwohl geht die konservative Planung noch immer von einem Defizit von ca. 100.000 Euro aus. Es braucht leider Zeit, um Ausgaben und Einnahmen wieder in ein nachhaltiges Verhältnis zueinander zu bringen.

Um diese Zeit zu überbrücken, bedarf es liquider Mittel für die nächsten Jahre. Deshalb stimmte die Mitgliederversammlung zusammen mit dem Wirtschaftsplan auch dem Verkauf einer der Ferienwohnungen des Vereins in St. Peter-Ording zu. Zugleich wurde der Mitgliedsbeitrag auf 42 Euro jährlich angehoben. Mit diesen Maßnahmen ist der Verein aller Voraussicht nach bis ins Jahr 2025 finanziell abgesichert.

Über die abgestimmte Wirtschaftsplanung hinaus sind natürlich weitere Bemühungen nötig, zusätzliche Einnahmen zu erzielen und Kosten zu reduzieren. In diesem Zusammenhang berichtete der Vorstand z. B. von Gesprächen mit einem möglichen Untermieter, um ab 2023 einen Teil der Kosten für das Vereinszentrum einzusparen.

Weitere Umbrüche

Nachdem bereits im letzten Jahr zwei Vorstände ersetzt werden mussten, standen nun erneut zwei Wechsel an: Schriftführer Andreas Dude und die langjährige Beisitzerin und Verantwortliche für die Stadtteilgruppen, Irene Meyer, legten aus persönlichen Gründen ihre Ämter nieder. Der Vorsitzende dankte beiden sehr herzlich für die geleistete Arbeit und würdigte insbesondere Irene Meyers langjährigen Einsatz für die Belange der Mitglieder und Stadtteilgruppen.

Ein großer Dank ging auch an unsere Mitarbeiterinnen Maria Artz und Barbara Czepull, die zum Jahresende ihre Tätigkeit im Büro des Vereins beenden wollen. In ihnen hatten die Mitglieder immer zugewandte, hilfreiche Ansprechpartnerinnen. Wir freuen uns, dass beide dem Verein als Leiterinnen der Gymnastik- bzw. Kegelgruppe erhalten bleiben werden.

Eine besondere Würdigung erfuhr Harri Fehrmann, der langjährige Leiter der Wandergruppe, der seine Tätigkeit leider aus gesundheitlichen Gründen beenden muss. Die von ihm organisierten Touren und insbesondere die Wanderungen durch Tirol waren verschiedenen Anwesenden in bester Erinnerung.

Der neue Vorstand: Bernd Ricanek, Dr. Arne Offermanns, Wolfgang Crabiell, Anke Fischer-Limbach, Sebastian Knust, Foto: S. Aikas
Der neue Vorstand: Bernd Ricanek, Dr. Arne Offermanns, Wolfgang Crabiell, Anke Fischer-Limbach, Sebastian Knust, Foto: S. Aikas

Neue Gesichter, neue Perspektiven

Auf der Mitgliederversammlung wurden nicht zuletzt zwei neue Vorstände gewählt: Anke Fischer-Limbach, unsere neue Beisitzerin, leitet als Beamtin die Geschäftsstelle des Landesseniorenbeirats. Ihre Kontakte und Erfahrungen aus dieser Position können dem Verein sicher Nutzen bringen. Sebastian Knust, der neue Schriftführer, ist als Beamter in der Sozialbehörde für die Geschäftsstelle der Vertragskommission SGB IX/XII zuständig, die sich um Leistungen zur Teilhabe behinderter Menschen kümmert. Über ihn gewinnen wir Verbindungen zu den Netzwerken des Nachwuchses im öffentlichen Dienst. Kolleginnen und Kollegen des YouNet - so der Name eines der Netzwerke - waren bereits im Vereinsbüro zu Gast. Wir hoffen, dass sich eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickeln kann.

Insgesamt hat sich der Vorstand erheblich verjüngt und besteht wieder überwiegend aus im öffentlichen Dienst aktiv tätigen Kolleginnen und Kollegen. Das eröffnet Perspektiven und lässt Hoffnungen auf eine Verjüngung auch der Mitgliedschaft und neue Kontakte in den aktiven Dienst keimen.

Auch im Büro brechen neue Zeiten an: Auf der Mitgliederversammlung wurde unsere neue Mitarbeiterin Katja Bothe vorgestellt. Sie arbeitet sich seit Anfang September ein, um einen guten Übergang zu ermöglichen und unseren Mitgliedern auch künftig einen guten Service zu bieten.

Wege in die Zukunft

Über die Gespräche mit dem YouNet hinaus wurden im letzten Jahr Kontakte zu weiteren Institutionen und Vereinen geknüpft. Damit verbunden ist das Ziel, Kooperationen zum gegenseitigen Nutzen aufzubauen. Dieses Interesse führte z. B. Hans-Dieter Jürs, den Vorsitzenden des Vereins Interaktion e. V., als Gast auf die Mitgliederversammlung. Sein Verein hat Interesse, unsere Räume anlassbezogen zu nutzen, wovon auch unsere Mitglieder profitieren könnten. Kooperationen dieser Art sollen unsere Räumlichkeiten wieder mehr beleben und den VHSt bekannter machen.

Zwar dürfen wir uns keine Illusionen machen: Den Verein wieder "in die Spur zu bringen", wird Zeit und viel Energie brauchen, vielfach auch kontroverse Diskussionen. Doch die Arbeit, die im letzten Jahr geleistet wurde, trägt erste Früchte. Auf Basis der Entscheidungen, die von der Mitgliederversammlung 2022 getroffen wurden, kann diese Arbeit an der Zukunft des Vereins dank Ihrer Unterstützung nun weiter fortgesetzt werden.

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Autor: Dr. Arne Offermanns
Fotos: Samira Aikas

HBZ · 11/2022
 
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