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Hamburger Geschichtswerkstätten

Geschichtswerkstatt Hamm

Spielende Kinder beim Herrenhaus im Hammer Park, das 1943 zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde
Spielende Kinder beim Herrenhaus im Hammer Park, das 1943 zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde

Neben der U-Bahnstation Burgstraße am Sievekingsdamm sitzt das Stadtteilarchiv Hamm, das gleichzeitig die Geschichtswerkstatt des Stadtteils ist.

Im barrierefrei erreichbaren ersten Stock des 2019 bezogenen Neubaus erwartet die Besucher die gelebte Alltagsgeschichte des Stadtteils gestern und heute. Zudem betreibt das Stadtteilarchiv Hamm das einzige norddeutsche unterirdische Bunkermuseum.

Vom Kulturladen zur Geschichtswerkstatt

Die 1983 gegründete Stadtteilinitiative Hamm für Freizeit und Kultur e. V. versteht sich als Treffpunkt mit breitem Angebot an Freizeit- und Bildungsaktivitäten für alle Anwohner. Im Jahr 1987 gründete der damalige 1. Vorsitzende Gustav Waterböhr das Stadtteilarchiv als zweites Standbein neben dem Kulturladen Hamm. Mit dem Aufbau wurde Gunnar Wulf im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme beauftragt, der seit nunmehr 34 Jahren das Stadtteilarchiv leitet.

Stadtteilarchiv Hamm

Sievekingsdamm 3

Bunkermuseum Hamburg

Wichernsweg 16
Tel.: (040) 18 15 14 93
www.hh-hamm.de

Öffnungszeiten:
Dienstag 10 bis 12 und 17 bis 19 Uhr, Donnerstag 10 bis 12 Uhr


Das Textarchiv und über 30.000 Bilder umfassende Fotoarchiv wachsen stetig
Das Textarchiv und über 30.000 Bilder umfassende Fotoarchiv wachsen stetig

Heute ist das Stadtteilarchiv Hamm eine der 22 Hamburger Geschichtswerkstätten und besitzt eines der größten Fotoarchive über Hamm. In den Jahren 1991 und 1997 kamen noch ein Kindertagesheim für Kinder bis sechs Jahre und Hamburgs einziges Bunkermuseum hinzu. "Wir betreuen auch die angrenzenden Stadtteile Borgfelde, Eilbek, Hammerbrook und Rothenburgsort, in denen es keine Geschichtswerkstatt gibt", sagt Wulf. Die Finanzierung besteht aus staatlicher Förderung sowie den Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Teilnahmegebühren, Spenden und dem Verkauf von Fotoabzügen, Broschüren und Büchern.

Karteien und digitales Angeboty

Schwerpunkt der Forschungsarbeit ist der Austausch mit Zeitzeugen, deren Erinnerungen eine große Bedeutung zukommt. Ihre Schilderungen fließen sowohl in die zahlreichen Publikationen des Stadtteilarchivs als auch in ständig wechselnde Ausstellungen ein. Die mehr als 30.000 Fotos, Presseartikel, Karten, Zeitzeugenberichte, Dokumente und Urkunden, Bücher und Broschüren sowie verschiedene historische Fundstücke und anderes können zu den Öffnungszeiten angesehen werden. Unter den Dokumenten und Urkunden finden sich zahlreiche Zeugnisse, Rechnungen, Unterlagen aus der Kriegszeit sowie Lebensmittelmarken. Das Archiv wächst stetig und ist dank vieler helfender Hände von Ein-Euro-Kräften und Praktikanten verschiedener Organisationen wie beispielsweise der Hamburger Arbeitsassistenz mittlerweile komplett digitalisiert. Zum Suchen muss man allerdings noch ganz analog in die Räumlichkeiten kommen und die dortigen Computer nutzen.


Besucher suchen im Archiv gerne alte Klassenfotos oder Fotos aus ihrer Gegend. Auch bei der Zusammenführung von alten Freunden ist das Stadtarchiv behilflich: "Durch die weltweiten Kontakte zu ehemaligen Bewohnern Hamms konnten wir beispielsweise einmal zwei Freundinnen, von denen eine in Hamburg lebt und eine in England, wieder vereinen", erinnert sich Wulf.

Hamburgs Bunkermuseum

Hamm ist einer der Hamburger Stadtteile, die in der Operation Gomorrha im Zweiten Weltkrieg am härtesten getroffen wurde. Daher liegt auch ein Fokus der Arbeit auf dieser Thematik. Eine Zeitzeugin berichtete über einen Bunker im Hammer Park, den Gunnar Wulf durch die Hilfe der Landschaftsgärtner dort ausfindig machen konnte. Der Bunker stand allerdings unter Wasser. Deshalb suchte das Stadtteilarchiv nach einem ähnlichen Bunker als historischem Ort mit greifbarer Geschichte. Auf dem Gelände der Wichernkirche im Wichernsweg 16 wurde man schließlich fündig und die Arbeit des Aufbaus von Norddeutschlands einzigem unterirdischen Bunkermuseum konnte beginnen.

Der fünf Meter unter der Erde liegende, pro Röhre 17 Meter lange und drei Meter breite Vierröhrenbunker aus dem Jahr 1940/41 wurde mit nachgebautem Mobiliar in seinen Ursprungszustand versetzt. "Viele Bauteile und Mobiliar wie die Eingangstür, Bänke oder Ablagemöglichkeiten für das Gepäck waren von den Anwohnern entfernt und im besonders harten Winter 1946/47 verheizt oder anderweitig genutzt worden", erklärt Wulf. Das Museum konnte schließlich 1997 eröffnet werden und zeigt heute eine umfangreiche und mit Detailliebe kuratierte Ausstellung zum Zweiten Weltkrieg, die sich mit den Themen Luftkrieg, Luftschutzbau und Zeitzeugen sowohl in Hamm als auch im Londoner Stadtteil Holborn beschäftigt. Zahlreiche Ausstellungsstücke wie durch die Hitzeentwicklung verformte Glasflaschen, Luftschutzgepäck, Wolldecken, Bomben- und Granatsplitter sind mahnende Zeugen. Aber auch Dokumente und Zeitzeugenberichte vertiefen die Ausstellung.

Bei den donnerstäglichen Öffnungszeiten des Bunkermuseums von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17:15 Uhr) ist keine Voranmeldung nötig. Nur bei der Sonderführung "Bunker im Dunkeln" ist aufgrund der begrenzten Plätze eine Anmeldung erforderlich. Hier werden Einzelheiten besonders effektvoll durch Taschenlampenlicht und die Nachstellung eines Stromausfalls im Bunker in Szene gesetzt, wie ihn die 50 Flüchtenden pro Röhre während des Feuersturms erlebten.

Angebote des Stadtteilarchivs Hamm

Neben den Führungen durch das Bunkermuseum bietet die Geschichtswerkstatt, sofern es die Auflagen wegen der Corona-Pandemie wieder zulassen, auch zahlreiche weitere Angebote, Ausstellungen und einige Veranstaltungen für Interessierte.

Vor Beginn der Pandemie fanden u. a. Führungen zu den Themen Stolpersteine und Lebensorte von NS-Opfern in Eilbek und Hamm, jüdisches Leben in Hamm und Schumacher-Bauten statt. Neu hinzugekommen ist ein Rundgang zur Kolonialgeschichte. Ein Highlight sind die dreistündigen Barkassenfahrten mit Erläuterungen und historischen Fotos durch die Wasserstraßen von Hamm und Hammerbrook. Aktuell sind Besuche in der Geschichtswerkstatt nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Ein Besuch lohnt sich für alle, die sich für die Geschichte und Entwicklung des Stadtteils interessieren.

Quellen: Hamburger Geschichtswerkstätten, Stadtteilarchiv und Stadtteilinitiative Hamm, Geschichtswerkstatt Hamm, Hamburg.de, Bunkermuseum Hamburg

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Autor: VHSt
Fotos: Bunkermuseum (c) Bunkermuseum Hamburg, alle weiteren Fotos (c) Stadtteilarchiv Hamm - Geschichtswerkstatt Hamburg Hamm

HBZ · 12/2021
 
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