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Ankündigung: Vortrag von Dr. Jule Thiemann
Auf den Spuren des Flaneurs: Eine literarische Reise von Paris nach Berlin
Der Flaneur ist zurück! Die literarische Flanerie entsteht im frühen 19. Jahrhundert in Paris und gilt als besonders faszinierende Tradition der europäischen Großstadtliteratur.
Der Flaneur als melancholischer Spaziergänger ist jedoch längst nicht mehr nur auf den Straßen der französischen Metropole unterwegs - ihn treibt es in die Großstädte der Welt. Ob New York, London, Berlin oder Tokio: Es wird wieder flaniert in der Gegenwartsliteratur!
In ihrem Vortrag schaut Dr. Jule Thiemann, Literaturdozentin des VHSt, auf die Geburtsstadt der Flanerie und spürt den ersten Pariser Flaneuren, z. B. in der Lyrik von Charles Baudelaire, nach. Denn die Pariser Stadtgeschichte stellt den sozial- und kulturgeschichtlichen Hintergrund für die Herausbildung der Flaneur-Literatur dar. Das französische Verb "flaner" (gehen, schlendern, herumlaufen) tritt um 1800 im allgemeinen Sprachgebrauch auf. Mit Walter Benjamin und Franz Hessel wandern wir zuerst auf den Pariser Straßen und schließlich nach Berlin, denn auch in der deutschen Hauptstadt wird fleißig und lustvoll flaniert. So gilt die Ära der Weimarer Republik als Hochzeit der Flanerie, wie ein Blick auf Texte von Erich Kästner und Irmgard Keun zeigt. Dieser Zeit des Flanierens in Berlin wird sich übrigens ab Oktober auch der Literaturkreis des VHSt widmen (Näheres im Septemberheft 2022 der
HBZ).
Heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, feiert die Flanerie ein Comeback: Zahlreiche Romane aus der Perspektive des Spaziergängers erscheinen und Stadtführer werben mit den typischen Eigenschaften des Flaneurs: sich treiben zu lassen in der Metropole. In den neueren Texten entdecken wir gemeinsam die Figur der Flaneurin bzw. der Flâneuse, die in dieser männlich dominierten Schreibtradition bisher noch viel zu selten diskutiert wurde.
Der Vortrag findet statt am Dienstag, den 26. April, von 17 bis 18:30 Uhr im VHSt-Vereinsbüro, Rathausstraße 7, 20095 Hamburg. Der Vortrag wird von Bildern und Lektürebeispielen begleitet, im Anschluss ist Zeit eingeplant für Fragen und Diskussionen. Anmeldung bitte über das Vereinsbüro.
Referentin: Dr. Jule Thiemann studierte Germanistik, Anglistik und Erziehungswissenschaften in Hamburg und Wellington, Neuseeland, und absolvierte eine Doppelpromotion an der Universität Hamburg und der Macquarie University Sydney, Australien. Ihre Dissertation mit dem Titel "(Post-)migrantische Flanerie. Transareale Kartierung in Berlin-Romanen der Jahrtausendwende" wurde 2019 veröffentlicht.
Autor: VHSt
HBZ · 04/2022
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