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Aufgeblättert: Buchtipp
Hamburgs dunkle Abgründe
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| (c) Sutton Verlag |
'Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett', hieß ein 'einfältig-läppisches Lustspiel' (TV Spielfilm) in den frühen 1960er-Jahren.
Dennoch schaffte es der Titel, ein geflügeltes Wort zu werden, das in Anbetracht der Krimiwelle, die seit Jahren durch das hiesige Fernsehen schwappt, bis heute gerne zitiert wird. Noch mehr als bei jedem perfekt inszenierten "Tatort" gruseln sich brave, zivilisationsverwöhnte Bürger aber bei der Lektüre wahrer Kriminalgeschichten. Der Boom von Zeitschriften wie Crime und das TV-Evergreen "Aktenzeichen XY - Ungelöst" geben Kunde davon.
Besonders an die Nerven gehen Erzählungen von Verbrechen, die in der Nachbarschaft verübt wurden. Den Tatort Hamburg hat der frühere Spiegel-Redakteur Manfred Ertel ausgekundschaftet und 33 Verbrechen recherchiert.
Darunter sind bekannte Fälle wie der des Serienmörders Honka oder des Auftragskillers Werner Pinzner, aber auch fast vergessene wie der des von RAF-Terroristen 1971 in Poppenbüttel getöteten Polizisten Norbert Schmid, an den ein Platz in Hummelsbüttel erinnert. Schmidt war das erste Opfer der Roten Armee Fraktion. Auch der "Säurefassmörder" und der "Heidemörder" fehlen nicht.
Ertel hat die Geschichten routiniert aufgeschrieben, dabei aber aufwendig zu recherchierende Verbrechen aus der Zeit vor 1945 weitgehend ausgeklammert. Ausnahmen sind auserzählte Fälle: "Lord von Barmbek", das Verbrechen an den Kindern vom Bullenhuser Damm und die "Engelmacherin" Wiese.
Manfred Ertel: Orte des Verbrechens. Hamburg. 33 wahre Kriminalfälle und ihre Geschichten, Sutton Verlag, Erfurt 2023, 162 Seiten, 22,99 Euro
Autor: Volker Stahl
Fotos: (c) Sutton Verlag
HBZ · 07/2023
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